Krabbenkutter

Nach vielen (teilweise erfolglosen Versuchen) mit einfachen Webcams (die hatten damals nur eine Auflösung von 320x120 Pixeln) und einem INTEL-PC (als Betriebssystem RedHat-Linux), sowie viel Kabelsalat kam mir die Idee ein "Glass-Bottom-Boat" in der Form eines Kuttermodells zu bauen, welches die ja mittlerweile stark miniaturisierte Hardware in seinem Rumpf aufnehmen kann.

Zunächst habe ich nach einfacheren Lösungen für den Rumpf gesucht, der hätte ja zum Beispiel auch aus einfachem Kinderspielzeug bestehen können. Aber Fehlanzeige: sonst wird man bei k.i.k., kodi und Co. mit allem möglichen Plastikspielzeug zugeballert, ich wurde nicht fündig. Ein Modell aus dem Modellbau? Zu teuer. Also: Eigenbau.

Nach ein paar Skizzen, und Überlegungen zur Materialwahl sollte als erstes ein kleiner "Grundrumpf" aus alten Gläsern (da lagen noch einige Fotobilderrahmen herum) entstehen, hier sollten eine Kamera mit Perspektive nach unten, eine weitere abgeschrägt zur Seite nach unten  und die letzte linear zur Wasseroberfläche ausgerichtet installiert werden.

Dieses Gebilde wurde also aus den Glasresten zugeschnitten und mit Aquariensilikon verklebt. 

Die Kameras habe ich einfach mit Lochbändern befestigt und die Anschlußkabel zusammengeführt (1 x Raspberry Pi Cam, 2 USB-Webcam, beide mit einfacher Auflösung). An diesen Lochbändern habe ich zusätzlich noch IR-Leds und einfache, weiße Leds für die Ausleuchtung bei Dunkelheit installiert. Das ist damit der untere Teil des Rumpfes und auch der einzige Teil des Kutters unterhalb der Wasseroberfläche. Der Rumpf besteht aus mehreren Schichten Sperrholz (alle einfach immer von unten nach oben größer werdend aufeinander geschichtet, wasserfest verleimt, auf Form geschliffen, lackiert und mit Bootslack versiegelt. 

In diesen Rumpf wird zuerst eine Bodenplatte (Bootsdeck) mit einem rechteckigen Ausschnitt verklebt und versiegelt. In diese Platte (den Ausschnitt) wird dann mit Überhang zu allen Seiten  (es darf ja kein Wasser nach unten vom Regen eindringen) eine weitere, als Bootsdeck fungierende Platte mit dem Aufbau des restlichen Kutters wie Fahrstand, Masten und was man da sonst noch alles braucht eingesetzt, sie braucht nicht besonders befestigt zu werden.

 


Die Bodenplatte besteht aus einer einfachen Hartschaumplatte (da hatte ich irgendwo noch einen Rest gefunden).


Das Gehäuse für den Raspberry und die weiteren Elemente ist in diesem Aufbau untergebracht, die einzig notwendige Öffnung ist für die Stromversorgung und Versorgungsleitungen für Licht, Sensoren und Kameras vorgesehen und zusätzlich "abgeschottet" (ist ja schließlich ein Boot).

So sieht das ganze zunächst im Rohbau aus:


Schicht um Schicht wird der Rumpf sich nach unten verjüngend aufgebaut und mündet (ohne sichtbaren Kiel) in einem Flachboden mit dem Glaskörper für die Kameras.


Der Glaskörper für die drei Kameras (machte den größten Aufwand).

Der fertige Rumpf ohne Aufbauten.


Nun folgen noch die Arbeiten für die Aufbauten, die Lackierung und er kann "in See stechen".


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Der Einfall, die Lüge, die Erdichtung
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